Aus einer Arbeit von Schülerinnen

In unserem zweiten Thema das wir behandelt haben, entschlossen wir uns schon früh, mit jemandem ein Interview zu führen, um aus erster Hand zu erfahren, was dies für ein Schritt im Leben ist. Wir sind auf einen ehemaligen Mönch in Zürich gestossen, Beno Kehl. Herr Kehl war Franziskaner Mönch.  

Wieso haben Sie sich damals entschieden dem Kloster beizutreten?

 „Ich suchte nach dem Sinn des Lebens und dachte in der alten Franziskanischen Tradition finde ich sicher Gott und in Gott den Lebenssinn. Ich wollte Gott kennen lernen um sicher zu sein, dass es ihn auch gibt. Zudem reizte mich die Spiritualität, Meditation, Askese, Gebet, Stille usw. Einen weiteren Punkt hab ich erst nach dem Austritt aus dem Kloster realisiert. Mein Vater hätte ins Kloster gehen sollen, aber heiratete meine Mutter, ich hab sozusagen für ihn und mich die Klostergesichte abgeschlossen.

Und ich wollte halt wohl auch etwas ganz anderes machen als das was alle so machen, denn das Materielle alleine gab mir nicht das was ich suchte.“

Wie haben Sie gemerkt, dass das Leben als Mönch für Sie nicht das richtige ist?

„Ich war ein glücklicher und zufriedener Franziskaner und war immer im richtigen Moment am richtigen Ort, bis ich die Geschichte als Mönch erfüllt hab. Das Leben (Gott) hat mir etwas neues Wunderbares anvertraut. Wäre ich im Kloster geblieben hätte ich meine Lebensspur wohl immer mehr verlassen und wäre immer unzufriedener und unglücklicher geworden.“

War es für Sie im Nachhinein die richtige Entscheidung, das Kloster zu verlassen?

„Ja, auch im Nachhinein bin ich dankbar für die gute lehrreiche Zeit im Kloster und bin dankbar, dass ich diese Religiöse Geschichte so erfüllt hab, dass etwas Neues kommen konnte. Es war ein bisschen wie das Märchen von der Goldmarie und der Pechmarie bei Frau Holle, als die Zeit kam mussten sie zurück in den Alltag. Ich fühle mich jetzt eher wie das Goldmariechen.“

Ist Ihr heutiger Bezug zur Kirche und zu Gott noch gleich gross?

„Naja im Bezug zu Gott ist alles voll im Fluss und ich bin froh, dass ich ihn kenne und er so Komplet anders ist. Naja mit der Kirche, im Wesen ist die Kirche wunderbar wie jede Religion, denn dort wohnt Gott, aber aussen herum ist so manches seltsam. Als mir der Bischof sogar verboten hatte weder als Angestellter noch als ehrenamtlicher für die Kirche zu arbeiten, tat das schon etwas weh. Aber ich bin nach wie vor bereit für die Kirche, und alle Menschen meine seelsorgerischen Gaben zur Verfügung zu stellen und biete dies auch kahnumässig an.“

Sind Sie in Ihrer heutigen Lebenssituation glücklich?

„Ja ich bin sehr zufrieden und würde es wieder so machen und ich hätte mir nie erträumt, dass es so wunderbar ist eigene Kinder grosszuziehen, auch wenn dies ein ganzes Stück Arbeit und Hingabe ist. Aber gerade in der Hingabe ans Leben können Wir bewusst und unbewusst Gott berühren.“[1]

Nonnen und Mönche leben im Kloster, wo sie sich voll und ganz auf Gott konzentrieren. Das Wort „Kloster“ bedeutet „abgeschlossener Raum“. Ein christliches Kloster ist fast wie eine eigene kleine Stadt. Meistens gibt es dort mehrere Wohngebäude, Arbeitsstätten, einen großen Garten mit Blumen, Bäumen und Gemüse. Im Kloster wird nach festen Regeln gebetet und gearbeitet. Dies bedeutet, dass sie zum Beispiel nicht eine Ehe eingehen und keinen Geschlechtsverkehr haben dürfen. Sie tragen spezielle Gewänder, die Kutte genannt wird. Im Kloster bewohnen Nonnen und Mönche ein eigenes Zimmer, die Klosterzelle. Das Bad und die Küche werden mit anderen Bewohner des Klosters geteilt.[2]

 

[1] Zitat Beno Kehl

[2] www.Religionen-entdecken.de